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Das
biologische Lebensalter –
Wie alt sind wir wirklich?
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Sehr groß war am Reha-Tag die
Nachfrage nach dem Test zum biologischen Alter. Dazu waren
Fragebögen auszufüllen, die Schwester Manuela Völzmann
mit einem Computerprogramm auswertete. Auch bestand die
Möglichkeit, seine Halsschlagader untersuchen zu lassen, um das
“Gefäßalter” bestimmen zu lassen.
Foto: Bleß
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In der Medizin ist es seit jeher
bekannt, dass das biologische Alter einer Person nicht mit ihrem
tatsächlichen Alter überein stimmen muss. Jeder kennt
Menschen, die jünger oder älter aussehen als sie sind. Und
auch im Inneren des Körpers laufen Alterungsvorgänge
keineswegs bei allen Menschen gleich schnell ab.
Ausgehend vom Leitsatz: „Der Mensch
ist so alt wie seine Gefäße“, wurden in jüngster
Vergangenheit Methoden entwickelt, mit denen sich das biologische Alter
(oder die verbleibende Lebenserwartung) errechnen lässt.
Dazu werden Angaben über bestimmte Krankheiten und
Lebensumstände benötigt und Risikofaktoren ermittelt. Der
deutsche Kardiologe und Sportmediziner Prof. Halle, der bis vor kurzem
an der Universität Göttingen tätig war, hat einen Test
entwickelt, mit dem man selbst sein biologisches Alter schätzen
kann. Dazu müssen 49 Fragen zu Lebensgewohnheiten, Laborwerten,
Ernährung, Erkrankungen, Erbfaktoren und sozialen Faktoren
beantwortet werden. Der Test wurde im Magazin „Focus“
veröffentlicht, man kann ihn im Internet herunterladen
(www.focus.msn.de/ gesundheit).
Schneller und genauer ist es, direkt das
„Gefäßalter“ zu bestimmen, indem man die Arterien mit
Ultraschall untersucht. Im Lauf des Lebens kommt es auch bei Gesunden
zu einer geringfügigen Zunahme der Wanddicke der Arterien. Dies
lässt sich mit hochauflösenden Ultraschallgeräten, wie
wir sie in der Herz- und Gefäßmedizin verwenden, einfach
messen, beispielsweise an der Halsschlagader, die das Gehirn mit Blut
versorgt. Dort misst die innere Wanddicke bei einem 30jährigen
Gesunden 0,5 Millimeter, bei einem 70jährigen 0,8 Millimeter.
Liegen mehrere Gefäßrisikofaktoren vor (z.B. Rauchen,
Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, hohes Cholesterin), so kann schon ein
40jähriger das Gefäßalter eines 70jährigen haben –
mit entsprechend verkürzter Lebenserwartung. Die Messung der
Gefäßwanddicke und die Bestimmung des Gefäßalters
dauern nur wenige Minuten, so dass wir dieses Verfahren den Besuchern
unseres Rehatages anbieten konnten.
Stellen wir dabei fest, dass die
Arterien vorgealtert beziehungsweise geschädigt sind, so kann man
in vielen Fällen den weiteren Gefäßalterungsprozess
verzögern. Wenn es gelingt, Risikofaktoren abzubauen und
beispielsweise ein hohes Cholesterin zu senken, verlangsamt sich die
weitere Wanddickenzunahme erheblich. Und die verbleibende
Lebenserwartung wird wieder länger. Das wurde in groß
angelegten Studien mehrfach nachgewiesen.
Vorsorge lohnt sich also. Das konnten
wir auch am Rehatag denjenigen Besuchern mitteilen, bei denen wir zuvor
nicht bekannte Gefäßschädigungen entdeckt haben.
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