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Autonome
Funktionsdiagnostik – Das autonome (= unbewusste) Nervensystem reguliert viele unserer Körperfunktionen gleichsam „automatisch“. Dazu gehört die Regulation von Pulsfrequenz, Blutdruck, Schlaf-Wach-Rhythmus und eine Vielzahl anderer Körperfunktionen, die unbewusst ablaufen. Das autonome Nervensystem gliedert sich in zwei Teilbereiche:
Bisher war es sehr aufwändig,
den Funktionszustand des autonomen Nervensystems zu diagnostizieren.
Durch neue, verfeinerte Methoden der Herz-Kreislaufanalyse gelingt das
jetzt deutlich besser. Dabei macht man sich die feinen Schwankungen zu
Nutze, die vom autonomen Nervensystem auf die Puls- und
Blutdruckregulation übertragen werden. Zur Diagnostik ist es
nötig, außer der Herzfrequenz bzw. Pulsfrequenz auch den
Blutdruck bei jedem einzelnen Herzschlag neu zu messen und feine
Schwankungen aufzuzeichnen. Während früher dazu eine Messung
direkt in der Schlagader mittels Katheter notwendig war, gelingt eine
derart exakte Messung seit kurzem auch von außen, ohne dass der
Patient „gestochen“ werden muss. In der Kirchberg-Klinik haben wir
seit dem vergangenen Jahr die modernste Messapparatur dieser Art, den
Task-Force-Monitor®, zur Verfügung. Dieses Gerät wurde
mit dem Staatspreis für Innovation 2002 des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Arbeit ausgezeichnet. Es erlaubt durch
präzise Messungen und komplexe Computer-Berechnungen die
Herz-Kreislaufregulation durch das autonome Nervensystem zu
diagnostizieren. Die Untersuchung ist vollkommen schmerzfrei und ohne
Beeinträchtigung der Patienten möglich; sie läuft
ähnlich wie ein EKG oder eine Blutdruckmessung ab.
Welche Störungen können mit dem Task-Force-Monitor® diagnostiziert werden? Die Herz-Kreislaufanalyse mit dem Task-Force-Monitor® erlaubt Rückschlüsse auf eine zu hohe Aktivität des Sympathikus, die sich bei Herzkranken negativ auswirkt. Die Ursache für Schwindel- oder Ohnmachtsanfälle ist leichter zu finden. Sie ist hilfreich bei der Einstellung von Bluthochdruck. Das Risiko für schwere Herzrhythmusstörungen und den „Sekundenherztod“ kann abgeschätzt werden. Wie behandelt man Störungen des unbewussten Nervensystems? Zum einen spielen Medikamente eine Rolle. Vor allem um den Körper vor einer zu starken Sympathikus-Aktivität abzuschirmen, werden so genannte Betarezeptorenhemmer eingesetzt. Aber auch allgemeine nicht-medikamentöse Maßnahmen, zum Beispiel Temperaturreize, wie sie bei der Kneipp´schen Wassertherapie eingesetzt werden, oder Entspannungsverfahren wirken sich auf das autonome Nervensystem aus. Neuere Untersuchungen bestätigen vor allem, dass körperliche Bewegung, Training und „Fitness“ das unbewusste Nervensystem ausgesprochen positiv beeinflussen. So überwiegt bei gut trainierten Sportlern auch tagsüber der Parasympathikus; die Herz-Kreislauffunktionen werden dadurch geschont. Das können sich auch herzkranke Patienten zu Nutze machen. Hier beobachtet man schon nach kurzer Zeit mit regelmäßigem Training, wie wir es beispielsweise in der Rehabilitation durchführen, deutliche Verbesserungen der Messwerte. Nach allem, was wir heute wissen, wirken sich diese Verbesserungen auch lebensverlängernd für den Patienten aus. Die Herz-Kreislaufanalyse mit dem Task-Force Monitor® ist daher eine sinnvolle Ergänzung unserer konventionellen Diagnostik, die wir gezielt in geeigneten Fällen anwenden.
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