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Krafttraining als
Vorbeugung und als
Therapie
Ärztefortbildung
in der Kirchberg-Klinik Von
Karl
Heinz Bleß Im Alter
nimmt die Kraft ab, Muskeln werden schwächer, die Belastungen
für das
Knochengerüst und die Gelenke werden größer. Das hat
zur Folge, dass die
Aktivitäten im Alltag eingeschränkt sind. Ältere
Menschen werden unsicher beim
Laufen, stürzen leichter und verletzen sich schneller schwer
dabei.
Krafttraining
ist nicht gleichzusetzen mit dem Heben von Gewichten. Hanteln und
Gewichte
sollten nur mit geschultem Personal eingesetzt werden, warnte der
Referent. Um
die Muskelkraft zu stärken, sprach er sich vor allem für
„sensormotorisch
orientiertes Training“ ein, das auf Reize von außen reagiert. So
werden Muskeln
schon gut trainiert, wenn man sich eine Weile auf ein Bein stellt und
versucht,
das Gleichgewicht zu halten. Als Steigerung empfahl er eine weiche
Unterlage
oder unebenen Boden, wobei man stärker als auf festem Grund das
Gleichgewicht
ausbalancieren muss. Auch das Balancieren auf einem Wackelbrett
führt als
Reflexaktivität zur besseren Gelenkkontrolle. Bei einer
anderen Übung drückt man auf dem Rücken liegend mit dem
Fuß gegen einen
Widerstand, etwa ein Brett oder gegen eine Wand. Dadurch werden die
Bein- und
Rumpfmuskeln trainiert, was auf Dauer hilft, Schwierigkeiten beim
Treppensteigen zu überwinden. Denn beim Treppensteigen muss man
das eigene Körpergewicht mit eiem Bein stemmen.
Der
Sportmediziner sprach sich für gut dosiertes Training aus, also
gegen eine
Übertreibung. Häufige kurze Trainingseinheiten seien besser
als unregelmäßige
längere. Eine Trainingseinheit in der Woche helfe gerade, die
Muskelkraft zu
erhalten, zweimal wöchentliches Training bringe schon eine leichte
Verbesserung, optimal seien drei Trainingseinheiten pro Woche. Bei aller
wissenschaftlichen Erkenntnis dürfe aber eine Schwierigkeit nicht
zu
unterschätzen sein, sagte der Referent seinen Kolleginnen und
Kollegen: untrainierte
Patienten zu motivieren. Wer sich nie oder lange nicht sportlich
betätigt habe
und erst nach zehn Wochen oder erst nach drei Monaten bei sich selbst
Erfolge
bemerken könne, sei nur schwer zum Durchhalten zu bewegen. Wenn es
aber
gelinge, verbessere sich die Lebensqualität des Patienten deutlich.
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