Gefahrloser Wettkampfsport –
auch Gesunde sollten vorher zum Arzt

Stadtläufe und Marathonveranstaltungen werden immer beliebter, und die Teilnehmerzahlen wachsen. Auch nehmen immer mehr ältere Menschen an den Veranstaltungen teil. Sport ist gesund. Fit sein ist in. Doch leider sind Todesfälle bei den zunehmend beliebten Stadtläufen über 42 Kilometer lange Strecken keine Seltenheit. Grund hierfür sind meistens nicht bekannte Herzerkrankungen und mangelnde Vorbereitung auf extreme Belastungen.

Lauffest an der Kirchberg-ThermePrinzipiell ist jedoch Sport auch im höheren Alter gesund, und wer einige Regeln beachtet, die sich an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention orientieren, sollte keine Probleme bekommen.

Vor dem Training – insbesondere im höheren Alter und bei geplanter Extrembelastung wie zum Beispiel Marathonläufen – sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Besonders wichtig ist es hierbei, angeborene oder im Laufe des Lebens erworbene Herzfehler auszuschließen.

Wegweisend können für den Arzt Informationen zur Vorgeschichte sein. Gab es in der Familie beispielsweise schon einen plötzlichen Herztod? Oder ist der Betreffende selbst einmal bewusstlos geworden? Wichtig ist darüber hinaus die körperliche Untersuchung, welche die Blutdruckmessung, das Abhorchen auf  Herzgeräusche und die Pulstastung an den Füßen beinhalten sollte.

An apparativen Untersuchungen steht bei jungen und bisher gesunden Menschen das Ruhe-EKG im Vordergrund.

Durch diese Maßnahmen lassen sich bereits die wichtigsten risikobehafteten Herzerkrankungen ausschließen.
Ein Belastungs-EKG ist bei über 35-Jährigen wünschenswert. Eine Ultraschalluntersuchung (Echokardiographie) ist vor allem dann notwendig, wenn die genannten Voruntersuchungen Hinweise auf einen Herzfehler ergeben haben. Damit lässt sich beispielsweise eine Herzmuskelverdickung, die so genannte hypertrophe Kardiomyopathie, gut erkennen. Diese Erkrankung ist die häufigste Ursache für plötzliche Todesfälle bei jungen Sportlern, über deren spektakulären Verlauf in den Medien dann ausführlich berichtet wird.

Vor körperlichen Belastungen sollte sichergestellt sein, dass kein Infekt besteht. Eine Laboruntersuchung auf den Infektmarker C-reaktives Protein und Temperaturmessungen können dabei hilfreich sein. Bei grippalen Infekten, die in der Regel Virus-Infekte sind, kann der Herzmuskel mit angegriffen werden. Eine Herzmuskelentzündung, die bei körperlicher Schonung meist keine bleibenden Auswirkungen hat, kann durch extreme Belastungen zu tödlichen Komplikationen oder bleibender Herzschwäche führen.

Oberste Regel für Training und Wettkampf  ist, den Körper nicht zu überfordern. Der Körper muss sich langsam an eine Beanspruchung gewöhnen. Ein gutes Training muss nach Ausgangszustand und Trainingsziel des Betroffenen richtig aufgebaut sein und misst sich an der langfristigen Wirkung, nicht am schnellen Erfolg.

Übungsleiter, Fitnesstrainer und Fachliteratur sowie ein sportmedizinisch versierter Arzt können die entscheidenden Informationen für den Aufbau des Trainings geben. Ruhepuls, Basispuls und Basistemperatur sollte der Trainierende kennen. Jeder Läufer sollte sich ein Mal im Jahr durchchecken lassen.

 

Sieben Goldene Regeln
für einen gefahrlosen Wettkampf

1.  Ärztliche Untersuchung vor dem Training und Wettkampf
2.  Angepasster Trainingsaufbau ohne Überforderung
3.  Adäquate Trainingsvorbereitung vor Extrembelastungen
4.  Kein Wettkampfsport bei Herzerkrankungen
5.  Keine körperlichen Belastungen bei Infekt
6.  Dreitägige Trainingspause nach Infekt
7.  Jährlich ärztliche Kontrollen


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