| Der mündige Patient
Ein
mündiger Patient ist keine Gefahr für die behandelnden
Arzt, sondern im Idealfall pompetenter Gesprächspartner. Denn der
Patient und die Patientin kennt ihre/seine Krankheit und berät sich
mit dem Arzt als Fachmann, wie er/sie damit umgehen sollte. Die Kirchberg-Klinik
widmet diesem Thema das nächste Patiententreffen am 24. Mai 2003.
Während Ihrer Rehabilitation
haben wir Sie über Ihre Erkrankung umfassend informiert. Auch nach
Ihrer Entlassung aus der Kirchberg-Klinik sollten Sie in der Lage sein,
wichtige Behandlungsentscheidungen zusammen mit Ihrem behandelnden
Arzt zu treffen – also in einer Partnerschaft zwischen Arzt und
Patient. Denn es geht um Ihr höchstes Gut – Ihre Gesundheit.
Als informierter Patient
brauchen Sie vielleicht etwas mehr Zuwendung und eine intensivere Beratung
von Ihrem Arzt, aber dafür sind die Behandlungsergebnisse auch viel
besser. Das haben wissenschaftliche Untersuchungen auf den verschiedensten
Gebieten der Medizin bewiesen. Ein gutes Beispiel dafür sind die Patienten,
die ihre Gerinnungseinstellung mit Marcumar selbst vornehmen. Diese Patienten
sind besser eingestellt, erleiden weniger Komplikationen
und verursachen zudem noch weniger Kosten als ihre Leidensgenossen,
die alleine dem Arzt die Einstellung überlassen.
Ein
weiteres Beispiel ist eine Untersuchung aus den USA an Patienten, die an
fortgeschrittener Herzschwäche litten: diejenigen, die geschult und
unterstützt wurden, ihre Symptome selbst zu kontrollieren, mussten
fast
zehn Mal seltener ins Krankenhaus eingewiesen werden. Auch bei uns
in Europa lohnt es sich, selbst etwas dafür zu tun, dass die Behandlungsziele
erreicht werden, die den bestmöglichen Schutz vor der weiteren Verschlechterung
einer Herzerkrankung bieten. Sie als Patient müssen
darauf bestehen, dass Ihnen die bestmögliche Behandlung angeboten
wird. Gelegentlich können Sie dabei auf Widerstand stoßen,
denn im Amtsdeutsch heißt es, die Behandlung müsse „ausreichend“
sein. Aber Hand aufs Herz: Wollen Sie sich bei einem so wichtigen Gut wie
der Gesundheit mit einem „Ausreichend“ begnügen, das wir aus unserer
Schulzeit als Bezeichnung für die Note 4 kennen? Sollte die Behandlung
nicht lieber „gut“, „sehr gut“ oder sogar die bestmögliche sein?
Auch die Gesundheitsreform,
die jetzt ansteht, fordert, dass die Patienten mehr Verantwortung übernehmen
sollen. Aber was bedeutet das für Sie als Herzkranken?
| Das Thema ist
uns so wichtig, dass wir unser diesjähriges Patiententreffen
ganz unter dieses Motto gestellt haben. Im Vortragsteil werden wir die
Vorteile und Möglichkeiten aufzeigen, die sich dem mündigen Patienten
auftun – aber auch die Grenzen, die nicht überschritten werden sollen.
Wie gewohnt wird das Treffen wieder mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken
in der Kirchberg-Klinik beginnen und mit einem Imbiss am Buffet enden,
so dass genügend Zeit für den Gedankenaustausch mit Ihren Mitpatienten
besteht. Alle Mitglieder unseres Patientenclubs sind herzlich eingeladen.
Damit wir die Räumlichkeiten
und das Buffet planen können, ist Ihre Anmeldung für die Teilnahme
an der Veranstaltung unbedingt erforderlich. Der Eintritt ist wie immer
frei. |
8. Patiententreffen
der KIRCHBERG-KLINIK
am 24. Mai 2003
15.00 Uhr Gemeinsames
Kaffeetrinken in der
Kirchberg-Klinik
15.45 Uhr Spaziergang
oder Bustransfer zum
Kurhaus Bad Lauterberg
16.00 Uhr Vorträge:
Der mündige Patient
Teil 1: Oberärztin Dr. B. Bialucha-Nebel
„Laborwerte selbst messen –
früher, heute und in der Zukunft“
Teil 2: Chefarzt Dr. med. E. Knoglinger
„Selbstkontrolle bei Herzschwäche und
Herzrhythmusstörungen“
16.00 - 18.00 Uhr:
Infomarkt im Foyer mit verschiedenen
Herstellern von Patientenmesssystemen:
Blutzucker, Gerinnung, Gewicht,
Lungenfunktion, Herzrhythmus und Blutdruck
18.00 Uhr Imbiss
am Buffet |
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