Wenn Matteo Pomella zum Künstler wird 
Physiotherapeut hat eine künstlerische Ader

Von Karl Heinz Bleß

Eigentlich ist er ja Physiotherapeut in der Kirchberg-Klinik und in der Kirchberg-Therme. Und das schon seit rund zehn Jahren. Viele Patientinnen und Patienten hat er schon massiert oder sie zur Wassergymnastik angeleitet. Doch hin und wieder wird der gebürtige Italiener Matteo Pomella zum Künstler. Dann greift er zu Pinsel und Leinwand oder auch zu Metall und Schweißgerät und bringt das zum Ausdruck, was ihn innerlich bewegt.

Aufmerksame Beobachter finden seine Werke auch in der Kirchberg-Klinik. Etwa vor dem Eingang das geschmiedete Bronze-Herz, das auch den Titel des Herz-Club-Magazins schmückt. Oder das Gemälde im Seminarraum. Nicht zu vergessen die etwas unauffällige Garderobe aus Metall in der Wartezone der medizinischen Anmeldung.

Wenn Matteo Pomella auf seine Werke angesprochen wird, dann wird er zum Philosophen: „Ich habe mir etwas dabei gedacht, natürlich“, sagte er. Etwa bei dem Bild im Seminarraum. Im Mittelpunkt des Bildes sind drei Herzen zu erkennen, die unterschiedlich groß sind. Entstanden ist das Ölgemälde, als er versuchte, die Zusammenarbeit in der Klinik bildlich festzuhalten. „Ich habe mir überlegt, dass wir als Mitarbeiter der Klinik enger zusammenrücken müssen. Das verbessert die Qualität des Hauses zu Gunsten der Patienten.“ Die unterschiedliche Größe der Herzen soll die unterschiedliche Funktion der Mitarbeiter darstellen, vom Chefarzt bis zur Reinigungskraft. „Einer profitiert doch vom anderen“, ist sich Pomella sicher. „Wir arbeiten zusammen, in verschiedenen Positionen. Wenn wir dichter zusammenrücken, fördert das die Zufriedenheit der Patienten.“

„Der Mensch braucht Halt“, will das geschmiedete Herz vor dem Eingang der Klinik verdeutlichen, so wie das Herz gehalten wird. Um das Herz sind drei Blätter komponiert, nur eins ist befestigt. „Nach einer Operation, wenn es einem wieder besser wird, sollte man nicht leichtsinnig werden“, will der Hobbykünstler damit mahnen. Wenn man sich jetzt einfach wieder gehen lasse und nicht auf seine Gesundheit achte, werde man bald den Halt verlieren. Einerseits, erläutert er, sei das Leben in Gottes Hand, wie der Halter des Herzens verdeutliche, andererseits müsse jeder auf sich selbst achten.

Ähnlich ist die Botschaft der Garderobe, die Pfeil und Bogen nachempfunden ist. Das Leben brauche wie der Bogen Spannung, verdeutlichte der künstlerische Physiotherapeut. Doch solle man den Bogen und die Sehne mit dem Pfeil nicht überspannen, damit sie nicht reißt.

Wie ist der gebürtige Italiener zur Kunst gekommen? „Viele schreiben Tagebücher und ziehen damit von Zeit zu Zeit Bilanz ihres Lebens. Ich werde dann kreativ.“ Alle paar Wochen oder Monate überkomme es ihn. Etwa kürzlich, als er merkte, dass er „mit Zitronen gehandelt“ hatte, als er mit seiner Meinung und seinem Engagement völlig falsch gelegen hatte. Da holte er die Staffelei hervor und malte sieben Zitronen. Und während er malte, begann er die negativen Vorstellungen zu verarbeiten hin zu positiven Gefühlen. Das ist diesem Bild auch anzusehen.

Neben dem kreativen Drang hat das künstlerische Gestalten für den Physiotherapeuten der Kirchberg-Klinik auch eine „therapeutische“ Wirkung. „Während der Arbeit kommt es oft zu vielen Gesprächen. Und manchmal, dann muss ich das alles verarbeiten; dann hängen meine Gedanken an einem Gespräch fest. Und ich kann das sehr gut verarbeiten, wenn ich versuche, die Gedanken und Gefühle darzustellen.“
 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Zurück zum Stichwortverzeichnis