Von Karl Heinz Bleß
Beim 6. Patiententreffen
für Marcumar-Patienten der Kirchberg-Klinik ging Oberärztin Dr.
Barbara Bialucha-Nebel auf die Schmerztherapie bei Marcumar-Patienten
ein. Ärzte sollten den Schmerzen bei ihren Patienten nicht nur
klangvolle Namen geben und die Ursachen klären, plädierte
sie. Die wichtigste Aufgabe sei es, Schmerzen zu lindern. Das ist
nach ihren Worten allerdings nach intensiver Schmerzdiagnostik besser und
gezielter möglich. Neben der Ursache ist die genaue Kenntnis des Schmerzes
wichtig, die die Schmerzqualität, die Art des Schmerzes und die Schmerzintensität
unterscheidet.
| Den therapeutischen Möglichkeiten stellte die Ärztin Altbewährtes voran: Behandlung mit Wärme (Rotlicht, Wärmflasche, heißes Bad, Heusack, Fango), Behandlung mit Kälte (kaltes Wasser, kalter Wickel, Lehm- oder Quarkpackung, Eispackung) oder aber auch Ultraschall, Reizstrom, Massagen und Krankengymnastik. Allerdings sei die Akupunktur für Marcumar-Anwender wegen möglicher Blutungen tabu, stellte sie fest. |
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| Auch medikamentös seien Schmerzen zu behandeln. Keine Bedenken gebe es für Marcumar-Anwender bei Medikamenten, die in die Haut eingerieben werden. Sehr ausführlich ging die Referentin auf Medikamente ein, die es frei zu kaufen gibt. Denn man müsse die Wechselwirkung mit dem Medikament Marcumar kennen. So sind gerade die so genannten Rheumamittel nicht geeignet, weil sie die Wirkung des Marcumars verändern können. Dagegen sei etwa der Wirkstoff Paracetamol ebenso geeignet wie ein Schmerzpflaster. |
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| Die Ausführungen
im Einzelnen:
Es ist für den Patienten
nicht immer leicht, dem Arzt zu vermitteln, welche Art von Schmerzen er
hat. Ohne eine genaue Kenntnis wiederum ist eine Therapie schwierig, wenn
nicht gar unmöglich. Also hat man verschiedenen Kriterien zur Bestimmung
der Schmerzen entwickelt.
Man unterschiedet verschiedene Schmerztypen:
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Eine weitere Unterscheidung
ist die Schmerzqualität:
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| Eine Schmerzmessung von außen ist eigentlich nicht möglich. Aber es hilft dem Arzt oder der Ärztin oft schon, wenn ein Patient sagt, wie stark er subjektiv den Schmerz empfindet. Da hilft beispielsweise die "Smiley-Skala". Hier fällt es vielen Patienten leichter zu erläutern, ob der Schmerz nach einer Behandlung stärker oder schwächer geworden ist. | |
Für die Schmerztherapie
gibt es zwei wichtige Regeln:
Wenn möglich, sollten die Ursachen der Schmerzen behandelt werden. Es hilft auf die Dauer nicht, vorübergehend schmerzfrei zu sein. Wirkliche Hilfe gibt es nur, wenn die Quelle der Schmerzen beseitigt ist. |
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| Nun sind die Therapiemöglichkeiten
bei Marcumar-Patienten sind eingeschränkt.
Die Referentin unterschied
zwischen geeigneten Therapien (weiß), bedingt geeignet Therapien
(grün) und nicht geeignete oder gar völlig ungeeignete Therapien
(rot):
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| Als physikalische Therapie
ist Wärme gut geeignet,
etwa mit Rotlicht, mit der Wärmflasche, ein heißes Bad, der Heusack oder auch die Fango-Packung. |
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| Als physikalische Therapie ist auch die Behandlung mit Kälte gut geeignet, etwa als kalter Aufguss, kalter Wickel, als Lehm- oder Quarkpackung oder die Eispackung. | |
| Weitere physikalische
Therapien siehe rechts:
das Schröpfen und die Akupunktur kommen für Marcumar-Anwender in der Regel nicht in Frage. |
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| Gerade bei der medikamentösen
Behandlung ist auf die Wechselwirkung mit dem Marcumar zu achten. Dazu
folgende Anhaltspunkte:
Das Einreiben von Salbe und Gel stellt kein Problem dar, wohl aber alle Blockadetechniken ("Spritzen"). Bei Tabletten, Tropfen und Zäpfchen ist genauer hinzusehen, aber Schmerzpflaster und Spritzen in die Vene sind unbedenklich. Größte Vorsicht ist geboten, wenn in die Muskulatur gespritzt werden soll. |
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| Ungeeignet sind wegen
ihrer für Laien nicht zu kontrollierenden Wechselwirkung alle so genannten
Rheumamittel. Zu nennen ist da der Wirkstoff Acetysalicylsäure,
der in den bekannten Medikamenten Aspirin, Dolomo, Gelonida, Togal oder
Spalt enthalten ist. Auch der Wirkstoff Ibuprofen (in Imbun oder
Optalidon) oder Diclofenac (in Voltaren oder Rewodina) sind ungeeignet.
Anders ist es wieder bei dem Wirkstoff Paracetanol, der in Benuron, Contac oder Talvosilen enthalten ist. Hierbei bestehen nach Auskunft der Ärztin keine Bedenken. |
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| Geeignete Wirkstoffe und Medikamente sind im nebenstehenden Kasten aufgeführt. | |
Will oder muss man zusätzliche
Medikamente einnehmen, bestehen bei folgenden Wirkstoffen in der Regel
keine besonderen Bedenken:
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| Ebenfalls keine Bedenken
gibt es bei muskelentspannenden Medikamenten wie bei den Wirkstoffen Butylscopolamin
(Buscopan) oder Tetrazepam (Musaril, Rilex).
Mit Einschränkungen geeignet sind die Wirkstoffe Kortison (Volon, Ultralan) und Calcitonin (Cibacalcin, Karil), weil auch diese die Gerinnungsaktivität beeinflussen können. |
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Alles Gute und ein möglichst schmerzfreies Leben! (Das Herz-Club-Magazin hofft, mit diesen Angaben einige Anhaltspunkte geben zu können. Im Einzelfall kann die "Wertung" anders ausfallen als hier beschrieben. Wichtig ist es für Betroffene, dass sie auch über Schmerzmittel, wenn sie sie einnehmen wollen, mit ihrem Arzt sprechen.) |