
|
Wenn das
Herz stockt – ein „Wackelkontakt“
3. und letzter Teil der
Serie zu den Herzrhythmusstörungen Die SymptomeZu langsamer Herzschlag macht sich meistens nicht durch Beschwerden am Herzen selbst bemerkbar, sondern durch Ausfälle an dem Organ, das am schnellsten und am empfindlichsten auf einen Durchblutungsmangel reagiert: unser Gehirn. Erstes Anzeichen ist deshalb meistens Schwindel, seltener ein allgemeines Schwächegefühl. Setzt das Herz länger als 6 Sekunden am Stück aus, kommt es zu Kollaps und Bewusstlosigkeit. Langsame Herzrhythmusstörungen treten oft nur kurzzeitig auf – etwa wie bei einem „Wackelkontakt“: Während der Störung kann eine schwere Bewusstlosigkeit bestehen und schon wenige Minuten später kann alles wieder ganz normal aussehen. Die Diagnose Besteht dauerhaft zu langsamer Herzschlag, so ist die Diagnose im EKG sofort zu erkennen. Besteht die Störung nur anfallsweise, so kann es für den Arzt genau so schwierig sein, die Ursache herauszufinden, wie für den Elektriker einen Wackelkontakt aufzuspüren. Hier hilft uns das Langzeit-EKG, das über ein bis drei Tage alle Herzschläge aufzeichnet. Wird auch dabei nichts Auffälliges aufgezeichnet, hilft ein sogenannter Eventrecorder (event = engl. Ereignis). Den trägt man solange bei sich, bis die Störung wieder auftritt, und zeichnet dann ein EKG auf, das der Arzt später auswerten kann. Zwei Ursachen Zu langsamer Herzschlag kann zwei Ursachen haben. Entweder die Ursache liegt in unserem biologischen Taktgeber, dem Sinusknoten. Das nennen wir „Syndrom des kranken Sinusknotens“ oder neudeutsch „sick sinus syndrome“. Oder die Ursache liegt in der Weiterleitung der Impulse vom Sinusknoten auf das Herz, das nennen wir Reizleitungsstörung. Je nachdem, an welcher Stelle die Weiterleitung blockiert ist, sprechen wir von SA-Block oder AV-Block. Meist wird ein Schrittmacher nötig Zu langsamer Herzschlag kann als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten. Solche Medikamente sind natürlich alle Antiarrhythmika, die gegen schnellen Herzschlag eingesetzt werden, aber auch Beta-Blocker (auch in Form von Augentropfen!), Digitalispräparate und manche blutdrucksenkende Medikamente. Andere Ursachen können Stoffwechselstörungen oder Verschiebungen im Gleichgewicht der Blutsalze sein, die man durch Laboruntersuchungen rasch abklären kann. In der ganz überwiegenden Mehrheit der Fälle findet man keine behandelbare Ursache für den zu langsamen Herzschlag. Trotzdem kann man das Herz wieder zuverlässig auf die normale Schlagzahl bringen: man setzt einen künstlichen Herzschrittmacher ein. Moderne Geräte ersetzen genau die Funktion im Herzrhythmus, die gestört ist, und greifen nur in dem Moment ein, wenn es nötig ist. Nähere Einzelheiten dazu in unserem Artikel „Herzschrittmachertherapie – wenn das Herz müde und langsam wird“ in Ausgabe1/2001. siehe auch:
|