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Wenn das
Herz aus dem Takt gerät Rhythmusstörungen können sich als Herzstolpern, Aussetzen des Pulses, Herzrasen, oder – im schlimmsten Fall – durch plötzliche Bewusstlosigkeit bemerkbar machen. Manchmal merkt man sie auch gar nicht und sie werden zufällig im EKG entdeckt. Ursache von völlig unregelmäßigem Puls ist meistens Vorhofflimmern. Ursache von Herzstolpern und Aussetzern bei sonst normalem Puls sind meistens Extraschläge, so genannte Extrasystolen, um die es im zweiten Teil der Serie Herzrhythmusstörungen geht.
Extraschläge sind
Herzschläge, die vorzeitig vor dem regulären nächsten
Herzschlag auftreten. Ursache ist quasi eine Übererregbarkeit des
Herzens. Meistens fällt nach dem Extraschlag ein Herzschlag aus,
so dass das Herz wieder in den ursprünglichen Takt zurück
findet. Als Betroffener spüren Sie oft nur diese Pause nach dem
Extraschlag als Aussetzer, der Extraschlag selbst bleibt oft unbemerkt.
Jeder Mensch hat gelegentlich Extraschläge, für Gesunde sind
sie harmlos, solange sie nicht zu häufig auftreten. Harmlos oder gefährlich? Im EKG lässt sich unterscheiden,
ob Extraschläge in den Vorhöfen oder in den Hauptkammern
entstehen. Extraschläge aus den Vorhöfen sind fast immer
harmlos, solche aus den Hauptkammern können unter bestimmten
Umständen gefährlich werden. Gefährlich sind sie vor
allem,
Das bezeichnet man auch als „Salve“ –
wie bei einer Gewehrsalve, wenn viele Schüsse schnell nacheinander
abgefeuert werden. Es besteht dann die Gefahr, dass so eine Salve nicht
mehr von alleine aufhört – das Herz rast dann wie ein
Maschinengewehr, der Puls klettert auf 160 oder 180 Schläge pro
Minute. Notfall Kammerflimmern Kammerflimmern ist die häufigste Ursache für einen Herzstillstand, unbehandelt führt es innerhalb weniger Minuten zum Tode. Beim Kammerflimmern versagt die elektrische Steuerung der Herztätigkeit, das Herz zieht sich nicht mehr geregelt zusammen, sondern flimmert unkoordiniert, die Pumpfunktion kommt völlig zum Erliegen. Einzige Möglichkeit, ein Kammerflimmern zu beenden, ist die Abgabe eines starken Stromstoßes an das Herz durch einen Defibrillator – sei es von außen im Rahmen von Wiederbelebungsmaßnahmen oder von innen durch ein implantiertes Schrittmacher-ähnliches Gerät. Behandlung
Seltene Extraschläge
bedürfen keiner Behandlung durch Medikamente. Man sollte auf eine
ausreichende Zufuhr der Blutsalze Kalium und Magnesium achten, zum
Beispiel durch täglichen Verzehr von Obst oder Fruchtsäften.
Stress und übermäßigen Genuss von Bohnenkaffee sollte
man dagegen vermeiden. Bei häufigen Extraschlägen wird
meistens ein Beta-Blocker verordnet, ein Medikament, das den Puls
verlangsamt, die Häufigkeit von Extraschlägen verringert und
die Gefahr vermindert, dass harmlose Rhythmusstörungen in
gefährliche übergehen. Stärkere Medikamente gegen
Herzrhythmusstörungen (so genannte Antiarrhythmika) werden heute
nur noch selten gegen Extraschläge eingesetzt, weil dabei das
Risiko von Nebenwirkungen größer als der Nutzen sein kann. Bei schweren
Herzrhythmusstörungen, die in das gefährliche Kammerflimmern
übergehen können, entscheidet man sich heute meistens
für die Einpflanzung (Implantation) eines automatischen
Defibrillators. Über die Wirkungsweise dieses
schrittmacher-ähnlichen Gerätes haben wir im
Herz-Club-Magazin 1/2004 bereits ausführlich berichtet. Jeder Patient, der
Herzrhythmusstörungen hat, sollte sorgfältig kardiologisch
untersucht werden. Danach kann eine Empfehlung gegeben werden, ob und
gegebenenfalls auch wie eine Behandlung erfolgen soll. In den meisten
Fällen können Menschen mit Herzrhythmusstörungen ein
ganz normales Leben führen. Teil 3
unserer Serie Herzrhythmusstörungen: „Herzblock“ (geplant)
Teil 3: Herzrhythmusstörungen
– Wenn das Herz stockt
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