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28 Jahre
Sonntagsschule „Onkel Karl“ wird 80 – Er prägte
mindestens eine
Borssumer Generation mit Onkel Karl legte sehr viel Wert
darauf, dass die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut vorbereitet waren. Auch wenn
vieles
spontan wirkte, stand viel Vorbereitungszeit dahinter. Und der
biblische Text,
die biblische Geschichte, sollte klar und eindeutig bleiben. Allzu
blumige
Erzählungen mit viel Phantasie waren verpönt. „Was steht da
tatsächlich in der
Bibel?“ war das Kriterium. Zur Vorbereitung dienste auch eine
Mitarbeiterzeitschrift "der Sonntagsschulhelfer", in dem die
theologischen und geschichtlichen Hintergründe für die
Mitarbeiter erklärt waren.
Manchmal drückten die Kinder das Gehörte in Bastelarbeiten oder in Zeichnungen aus, die sie mitnehmen durften. Jedes Kind war wichtig, jedes Kind wurde ernst genommen. Denn auch für Jesus Christus sind auch alle Kinder wichtige Menschen. Das sangen sie auch: „Jesus liebet alle Kinder, alle Kinder auf der Welt. Rote, gelbe, schwarz und weiß, alle …“ Rassentrennung? Soziale Unterschiede machen? Das war nicht der christliche Glaube, von dem man in der Kinderstunde hörte. Und bei allem Respekt vor dem Allmächtigen: Angst zu haben brauchte man nicht. Wer sich von Gott geliebt fühlt, hat einen mächtigen Verbündeten, wie in dem Lied, dass Onkel Karl am liebsten auswählte: „Solang mein Jesus lebt und seine Kraft mich hebt, muss Furcht und Sorge von mir flieh’n, mein Herz in Lieb erglüh’n.“ Kurz vor Schluss kamen alle noch einmal zusammen, um ein weiteres Lied zu singen. Nach dem Schlussgebet gab es den „Morgenstern“ und später die „Kinderzeitung“, in der Unterhaltsames für Kinder stand. Und eben auch der Wochenspruch, den man bis zum nächsten Samstag lernen konnte, um ein Fleißkärtchen zu bekommen. Selbst eine Kollekte gab es. Viele Kinder brachten einen Groschen oder ein Fünf-Pfennig-Stück mit. Es war völlig egal, ob ein Kind einen Obulus dabei hatte oder nicht, egal auch, wie groß oder klein er war – es spielte einfach keine Rolle. Doch die kleinen Beiträge halfen, die Arbeit zu finanzieren und „wertvoll zu machen“. Und dann rannten die Kinder begeistert aus der Schule. Bis zum nächsten Sonnabend. (c)
Für diese Internetseiten verantwortlich ist Karl Heinz Bleß,
www.bless-online.de
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