| 2.
Harzer Schilddrüsengespräch am 5. Juni 2002
Wie soll man Schilddrüsenknoten behandeln? Jeder dritte hat Auffälligkeiten an der Schilddrüse – Ärztefortbildung in Herzberg Von Karl Heinz Bleß
Im Rahmen des 2. Harzer Schilddrüsengespräches bildeten sich 65 Ärztinnen und Ärzte im Welfenschloß Herzberg bezüglich der Schilddrüsenknoten weiter. Die Moderation des Abends hatte die Bad Lauterberger Nuklearmedizinerin Dr. Astrid Laue-Savic übernommen.
Die Schilddrüsenknoten sind sehr unterschiedlich zu bewerten, erläuterte Professor Dr. Peter Kann aus Mainz in seinem Vortrag. Es handelt sich dabei um Gewülste, die gutartig, aber auch bösartig sein können. Schon mit einem hochauflösenden Ultraschallgerät kann man Unterschiede an den Knoten erkennen, die auf die eine oder andere Art des Knotens hinweisen. Die überwiegende Anzahl der Knoten ist gutartig. Weitere Untersuchungen etwa im Labor oder durch eine Feinnadel-Punktion, die recht zuverlässig, schmerzfrei und in der Regel ohne Komplikationen abläuft, kann das Gewebe des Knotens genauer bestimmt werden.
Einfache Zysten, also mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume, können mit der therapeutischen Punktion behandelt werden, erläutertete Kann. Nicht überzeugt ist der Wissenschaftler von einer Äthanolinjektion, die seiner Kenntnis nach keinen therapeutischen Erfolg verspricht. Als Medikamente kommen laut Kann vor allem zwei Wirkstoffe in Frage: Jodid und Levotyroxin. Während das Jodid besonders bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einer vergrößerten Schilddrüse zu erwägen ist, ist der zweite Wirkstoff für eine dauerhafte Schilddrüsen-Unterfunktion angesagt. Die Schilddrüse produziert für den Körper wichtige Hormone, die in einem komplizierte körperlichen Vorgang gesteuert werden. Produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone, kann man den Mangel über Medikamente ausgleichen. Das Jodid sei „kaum zu überdosieren“, da der Körper überflüssiges Jodid einfach ausscheide, sagte Professor Kann. Allerdings können Medikamente Knoten in der Schilddrüse nicht verschwinden lassen, betonte der Referent mehrfach. Als nächste Stufe der Therapie nannte der Mainzer Wissenschaftler die Radio-Jod-Behandlung, eine nuklearmedizinische Therapie. Während eines stationären Krankenhausaufenthaltes auf einer Spezialstation schluckt der Patient radioaktives Jod. Verursacht ein Knoten eine Überfunktion der Schilddrüse (heiße Knoten), dann kann mit der Radio-Jod-Behandlung auch ohne Operation therapiert werden. Auch für die Nachbehandlung von bösartigen Knoten werde diese Methode eingesetzt. Die letzte Stufe ist die
Operation. Dabei wird der Schilddrüsenknoten chirurgisch entfernt
oder die stark vergrößerte Schilddrüse verkleinert. Professor
Kann machte deutlich, dass gerade bei bösartigen Knoten keine Zeit
zu verlieren sei, denn der Eingriff sollte geschehen, bevor sich Metastasen
(Tochtergeschwüre) bilden, die den Krebs auf andere Organe übertragen.
|
| Papillon-Studie:
Die Papillon-Studie wird von der Firma HENNING BERLIN GmbH durchgeführt und betreut. Schilddrüsen-Initiative Papillon Postfach 11 04 44 10834 Berlin Weitere
Informationen bei:
|